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Vinted und Steuern: DAC7, Steuer-ID und die Schwellen von 30 Verkäufen und 2.000 Euro
Vinted gibt Daten an die Steuerbehörden weiter, wenn du in einem Kalenderjahr 30 oder mehr Verkäufe abschließt oder mehr als 2.000 € einnimmst: So beschreibt es die Hilfeseite von Vinted zu DAC7, die wir am 21. Oktober 2026 gelesen haben. Diese Meldung ist keine Steuer, und gefragt wird in den Hinweisen von Vinted nach der Steuer-ID, nicht nach der Steuernummer. Dieser Ratgeber gibt nur wieder, was Vinted und der Gesetzestext sagen. Er ist eine allgemeine Information und keine Steuerberatung.
Aktualisiert am 21. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit
Was ist DAC7, und was ist das PStTG?
Vinted nennt die EU-Vorgabe, nach der Plattformen Verkäuferdaten an die Steuerbehörden übermitteln, DAC7. In Deutschland steht sie im Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG). Dessen § 1 sagt, dass das Gesetz die Meldepflicht von Plattformbetreibern und den automatischen Informationsaustausch aufgrund der Richtlinie 2011/16/EU in der Fassung der Richtlinie (EU) 2021/514 regelt.
Der Verkauf von Waren zählt nach § 5 PStTG zu den relevanten Tätigkeiten, und Waren sind alle körperlichen Gegenstände. Melden muss der Plattformbetreiber, nicht du: Nach § 13 geht die Meldung an das Bundeszentralamt für Steuern, spätestens zum 31. Januar des Jahres nach dem Kalenderjahr, in dem der Anbieter als meldepflichtig identifiziert wurde.
Ab wann meldet Vinted? Die Schwellen
Laut Vinted meldet sich das Unternehmen bei dir, wenn du mindestens eine dieser Bedingungen erfüllst:
- 30 oder mehr abgeschlossene Verkäufe innerhalb des Kalenderjahres
- Einnahmen von über 2.000 € innerhalb des Kalenderjahres
Das soll bis zum Ende des Jahres geschehen. Du musst Vinted nicht von dir aus kontaktieren, wenn du die Schwellen im Laufe des Jahres erreichst, und wenn du nichts hörst, musst du laut Vinted nichts tun.
Der Gesetzestext beschreibt dieselbe Grenze von der anderen Seite. Nach § 4 Absatz 5 Nummer 4 PStTG ist ein Anbieter freigestellt, wenn er in weniger als 30 Fällen Waren verkauft und dafür insgesamt weniger als 2.000 Euro Vergütung bekommen hat. Beide Bedingungen müssen also unterschritten sein; wer eine der beiden Grenzen erreicht, ist nicht freigestellt. Vinted schreibt "über 2000 €", das Gesetz "weniger als 2 000 Euro" für die Freistellung: Liegst du genau an der Grenze, gilt der Gesetzestext.
Als Vergütung zählt nach § 5 Absatz 2 der Betrag nach Abzug der Gebühren, Provisionen oder Steuern, die der Plattformbetreiber einbehalten hat.
Welche Daten fragt Vinted ab, und was ist mit der Steuer-ID?
Laut der Hilfeseite "So füllst du dein DAC7-Formular aus" füllt Vinted das Formular vorab mit Angaben aus deinem Account aus, auch mit den Daten, die für den Vinted-Geldbeutel und für Auszahlungen verwendet wurden. Du musst nichts selbst berechnen. Der Ablauf:
- Die vorausgefüllten Angaben bestätigen.
- Die Steuer-Identifikationsnummer hinzufügen (Pro-Verkäufer ergänzen die Angaben ihres Unternehmens).
- Das Formular einreichen.
Wenn du die Steuer-ID ändern willst, kannst du das Formular nach Angaben von Vinted nur bis zur Einreichungsfrist aktualisieren und erneut einreichen. Vinted schreibt außerdem, dass es für das Formular nur die Steuer-ID und, bei Pro-Verkäufern, Angaben zum Unternehmen braucht, dass diese Daten ausschließlich an das Finanzamt gehen und dass es keinen Zugriff auf die eingereichten sensiblen Daten hat. Das sind Angaben von Vinted.
Welche Nummer gemeint ist, zeigt die Vinted-Seite "Infos zum Ausfüllen eines DAC7-Formulars": Für Deutschland nennt sie die Steueridentifikationsnummer (Steuer-ID), auch Identifikationsnummer (IdNr) genannt, mit elf Ziffern. Als Fundorte führt sie den Einkommensteuerbescheid, die Lohnsteuererklärung und Informationsschreiben des BZSt an. Von einer Steuernummer ist für Deutschland dort nicht die Rede.
Das Gesetz nennt in § 14 Absatz 2, was für Privatpersonen gemeldet wird: Name, Wohnsitzanschrift, die Steuer-ID (oder, wenn keine vorhanden ist, der Geburtsort) und das Geburtsdatum, dazu je Quartal die gezahlte Vergütung und die einbehaltenen Gebühren. Wo genau du das Formular in der App findest, erklären die gelesenen Hilfeseiten nicht; Vinted schreibt nur, dass es sich bei dir meldet.
Was passiert, wenn du die Steuer-ID nicht angibst?
Die Hilfeseiten von Vinted, die wir gelesen haben, nennen dazu keine Folge. Der Gesetzestext schon: Nach § 23 PStTG muss der Plattformbetreiber einen Anbieter, der die verlangten Informationen nicht vorlegt, zwei Mal erinnern. Legt der Anbieter sie auch nach der zweiten Erinnerung nicht vor, muss der Betreiber spätestens nach 180 Tagen, aber nicht vor Ablauf von 60 Tagen seit der ursprünglichen Aufforderung, eine von zwei Maßnahmen ergreifen:
- die weitere Nutzung der Plattform verhindern, indem er den Anbieter sperrt oder die Registrierung löscht, oder
- Zahlungen der Vergütung an den Anbieter einbehalten.
Beide Maßnahmen sind aufzuheben, sobald der Anbieter die Informationen vorlegt. Ob und wie Vinted das im Einzelnen umsetzt, steht auf den gelesenen Seiten nicht.
Was die Meldung nicht bedeutet
Vinted betont auf der DAC7-Seite mehrfach, dass das Fertigstellen des Berichts nicht heißt, dass du Steuern auf deine Verkäufe zahlen musst, und dass sich durch die Meldung nichts an deinen Steuerpflichten ändert. Nach Vinted wird der Verkauf von Alltagsgegenständen wie Kleidung und Spielzeug nicht besteuert, auch nicht bei einem Gewinn, und ebenso wenig der Verkauf eines Artikels, den du seit einem Jahr oder länger besitzt. Hauptsächlich seien es gewerbliche Verkäufer, bei denen eine Steuerzahlung in Frage komme. Das sind Aussagen von Vinted, keine einer Behörde.
Vinted verweist bei Bedenken auf eine Steuerberatung, und in den Nutzungsbedingungen (Fassung ab dem 5. Oktober 2026) steht, dass Vinted nicht für Steuerverbindlichkeiten oder Meldepflichten verantwortlich ist, die sich aus deinen Aktivitäten ergeben können.
Privat ausmisten oder kaufen, um mit Gewinn weiterzuverkaufen
Vinted definiert auf der DAC7-Seite einen Gewinn als Verkauf für mehr, als du bezahlt hast. Genau dort setzt die Frage an, die Wiederverkäufer betrifft. Im Einkommensteuergesetz regelt § 23 die privaten Veräußerungsgeschäfte. Der Wortlaut für andere Wirtschaftsgüter: Erfasst sind Verkäufe, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt, ausgenommen sind Gegenstände des täglichen Gebrauchs. Als Gewinn gilt der Unterschied zwischen dem Veräußerungspreis und den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Werbungskosten. Gewinne bleiben steuerfrei, wenn der Gesamtgewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr weniger als 1.000 Euro betragen hat.
Das ist der Wortlaut, mehr nicht. Ob ein bestimmter Kauf zum Weiterverkauf darunter fällt, ob die Ausnahme für Gegenstände des täglichen Gebrauchs greift und ob deine Tätigkeit insgesamt als gewerblich gilt, sagen wir nicht: Das klären das Finanzamt oder eine Steuerberatung. Praktisch hilft es, Kauf- und Verkaufsdatum samt Preisen festzuhalten.
Und wenn du gewerblich verkaufst?
Die Schwellen im PStTG legen fest, wer gemeldet wird. Der gelesene § 4 sagt nichts darüber, wann eine Tätigkeit gewerblich ist. Das Thema Gewerbe hat bei Vinted eigene Regeln: Laut der Hilfeseite "Kommerzieller Verkauf" können Standardkonten nicht für den professionellen Verkauf genutzt werden, auch nicht für den Weiterverkauf als zusätzliche Einnahmequelle, bei dem Artikel gezielt zu kommerziellen Zwecken gekauft werden. Die Einzelheiten, die Länderliste von Vinted Pro und die Quellen findest du in unserem Ratgeber Vinted gewerblich verkaufen.
Wo VTD BOT ins Spiel kommt
VTD BOT ist ein unabhängiges Benachrichtigungs-Tool und nicht mit Vinted verbunden. Es meldet dir neue Anzeigen, die zu deinen Suchen passen, schätzt anhand vergleichbarer Anzeigen einen Wert und zeigt die echten Kosten mit Vinted-Gebühr und Versand. Es meldet sich nie in deinem Vinted-Account an, kauft nicht, schreibt keinem Verkäufer und gibt keine Steuerauskunft: Es kennt weder deine Steuer-ID noch füllt es ein DAC7-Formular aus. Die Preise: Starter 9 €, Plus 29 €, Pro 39 € im Monat, ohne Bindung, und es gibt kein kostenloses Angebot. Mehr dazu unter Preise, Funktionen und Vergleiche. Die Kosten pro Kauf erklärt der Ratgeber zur Vinted-Gebühr.
Häufige Fragen
Muss ich bei Vinted Steuern zahlen?
Nach Vinted wird der Verkauf persönlicher Gegenstände in der Regel nicht besteuert. Ob bei dir Steuer anfällt, hängt vom Einzelfall ab, etwa davon, ob du Artikel zum Weiterverkauf gekauft hast. Das klärt das Finanzamt oder eine Steuerberatung.
Ab wann muss man bei Vinted Steuern zahlen?
Eine Steuergrenze nennt Vinted nicht. Die Zahlen 30 Verkäufe und 2.000 € sind Schwellen für die DAC7-Meldung, und Vinted schreibt, dass eine Meldung nicht bedeutet, dass du Steuern zahlen musst.
Was ist die Meldepflicht bei Vinted nach DAC7?
Der Plattformbetreiber muss die Daten von Verkäufern, die nicht freigestellt sind, an das Bundeszentralamt für Steuern melden. Nach dem Gesetz geschieht das spätestens zum 31. Januar des Folgejahres.
Wo gebe ich bei Vinted die Steuer-ID an?
Vinted meldet sich bei dir, wenn du die Schwellen erreichst. Im DAC7-Formular bestätigst du die vorausgefüllten Angaben, fügst die Steuer-ID hinzu und reichst es ein. Wo das Formular in der App liegt, steht auf den gelesenen Seiten nicht.
Braucht Vinted meine Steuernummer oder meine Steuer-ID?
Für Deutschland nennt die Hilfeseite von Vinted die Steueridentifikationsnummer (Steuer-ID, IdNr) mit elf Ziffern. Von der Steuernummer ist dort nicht die Rede.
Was passiert, wenn ich die Steuer-ID bei Vinted nicht angebe?
Nach § 23 PStTG muss der Betreiber zwei Mal erinnern und danach entweder das Konto sperren oder Zahlungen einbehalten. Beides endet, sobald du die Angaben vorlegst. Was Vinted konkret tut, steht auf den gelesenen Seiten nicht.
Weiterlesen
- Vinted gewerblich verkaufen: Was Vinted, Vinted Pro und das BZSt dazu sagen
- Vinted oder Kleinanzeigen: Gebühren, Versand und Schutz für alle, die kaufen und weiterverkaufen
Quellen
- Vinted Deutschland: DAC7, was du wissen solltest (Hilfebereich): abgerufen am 21. Oktober 2026
- Vinted Deutschland: DAC7-Formular ausfüllen (Hilfebereich): abgerufen am 21. Oktober 2026
- Vinted Deutschland: Infos zum DAC7-Formular (Hilfebereich): abgerufen am 21. Oktober 2026
- Vinted Deutschland: AGB, Fassung ab 5. Oktober 2026: abgerufen am 21. Oktober 2026
- Vinted Deutschland: Kommerzieller Verkauf (Hilfebereich): abgerufen am 21. Oktober 2026
- PStTG § 1, Anwendungsbereich: abgerufen am 21. Oktober 2026
- PStTG § 4, Nutzer und Anbieter: abgerufen am 21. Oktober 2026
- PStTG § 5, relevante Tätigkeit: abgerufen am 21. Oktober 2026
- PStTG § 13, Meldepflicht: abgerufen am 21. Oktober 2026
- PStTG § 14, meldepflichtige Informationen: abgerufen am 21. Oktober 2026
- PStTG § 23, Mitwirkungspflichten: abgerufen am 21. Oktober 2026
- EStG § 23, private Veräußerungsgeschäfte: abgerufen am 21. Oktober 2026
Gebühren und Regeln ändern sich: Öffne die verlinkten Seiten, bevor du dich entscheidest. Das sind allgemeine Informationen, keine Rechts- oder Steuerberatung. VTD BOT ist unabhängig und nicht mit Vinted verbunden.
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